teletext & crocs pt. I

das leben ist wie gegen sich selbst tic tac toe spielen und sich dann drüber ärgern, dass man immer verliert. aber vor allem ist das leben, die nummer immer wieder von vorne zu beginnen und sie in vollen zügen zu geniessen.

meine zellennachbarin klopft an die zwischenwand. vor einigen tagen ging das geklopfe schon früher los, immer so kurz nach 8, wie ich dem teletext entnehmen konnte. (wenn es etwas gibt, das ich immer völlig veraltet und unnötig fand, wofür ich jetzt echt dankbar bin, ist es der teletext.) ihre knöchel auf der harten betonwand hatten sich auch schon enthusiastischer angehört. kommunikation ist zwar eine tolle ablenkung, kann aber auch ganz schön weh tun. mir fällt die redewendung « mit den fäusten sprechen » ein. wenigstens tun die schläge nur einem selbst weh. mir fallen noch andere phrasen ein: « sich durchschlagen », « wie ein schlag ins gesicht », « wie die faust aufs auge », und ich muss grinsen als ich mir Asi-Cinderella und den Asi-Prinzen vorstelle, dessen Faust perfekt auf Cindys Auge passt. Ich hab mich durch alle Bitches dieses Landes geboxt und endlich hab ich dich gefunden, Alter. sprache ist schon was tolles. Ach Cinderella, Cindy, hauche ich als Antwort auf die Klopfzeichen und ziehe dabei meine gummilatschen aus, irgendwann wird auch jemand meine roten knasti-crocs aufheben und auf nem pferd durchs land ziehen um mich wiederzufinden. Im schneidersitz hocke ich nun auf dem bett und lasse meine nachbarin noch eine runde klopfen.

„ey, na alles klar? hast mich nicht klopfen gehört gestern?“ „ne, musst schon lauter klopfen bei den dicken wänden hier“

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