Wieso ich meinen Pessimismus doch nicht aufgebe

“Einstellung ist alles.” Mein ganzer Körper sträubte sich anfangs dagegen, diesen Satz niederzuschreiben. Doch bei genauer Betrachtung, ergibt er leider Sinn.

Als gebürtige Pessimistin und anstrebende Optimistin stand ich mitten zwischen den Fronten. Ein Kugelhagel von Ereignissen prasselte auf mich ein und sie alle erwarteten eine Reaktion. Das Ereignis als positiv oder negativ einzustufen, geschieht innerhalb weniger Sekunden. In diesen Sekunden, vielleicht auch Millisekunden, muss gehandelt werden. Kritische Selbstreflexion ist nötig, bevor der negative Befund das Gehirnzentrum erreicht und die Alarmglocken läuten. Stopp. Ist das gerade wirklich so schlimm wie es aussieht?

Ein grosser Teil in mir konnte sich bereits mit der positiven Einstellung anfreunden. Der kleinere Teil dagegen, blieb unbeeindruckt. Optimismus? Ist doch albern. Auch wenn alle Fakten dagegen sprachen, überzeugte mich schlussendlich der kleinere Teil.

Wie ich überhaupt zu dem Sinneswandel kam, ist eine andere Geschichte. Kurzum, ich spielte schon eine Weile mit dem Gedanken, den Pessimismus an den Nagel zu hängen. Mir kam jedoch immer etwas dazwischen. Vor allem mein Mutterinstinkt, der den wohlbehüteten Pessimismus noch nicht gehen lassen wollte. Ohne meinen Pessimismus fiele es mir vielleicht schwerer, einige Dinge kritisch zu hinterfragen. Ausserdem ist Pessimismus äusserst produktiv, wenn man ihn richtig einzusetzen weiss. Ich werde durchfallen, also lerne ich lieber ein bisschen mehr. Und da wäre noch das Klischee des Künstlers, der kreative Eingebungen aus seiner Traurigkeit erfährt. (Oder sind traurige Menschen häufiger Künstler, weil sie keinen Bock auf soziale Interaktion haben und sich lieber hinter ihrer Leinwand verstecken? Ich weiss es nicht.)

Tatsache ist, dass ich auch einen gewissen Witz hinter all meinem Zynismus sehe, wenn die Gedanken ins Absurde schweifen. Ich sehe ihn eher als eine Art gesellschaftskritische Satire, die sich in meinem Kopf abspielt. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Opti und Pessi, denn ist es noch Pessimismus, wenn ich mich mit meinen negativen Gedanken selbst zum Lachen bringe?

Ich denke, ich werde meine Zukunft auch mit pessimistischer Einstellung meistern. Denn bis jetzt hat sie sich überraschenderweise bewährt.

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